Kristalle

In Kristallen sind die Atome und Moleküle räumlich-periodisch in einer Gitterstruktur angeordnet. Kristallgitter sind symmetrisch, d.h. sie können durch Verschiebungen, Spiegelungen und Drehungen mit sich selbst zur Deckung gebracht werden.
Drehungen sind kristallographisch nur um 180°, 120°, 90° oder 60° möglich. Da Dodekaeder und Ikosaeder fünfzählige Symmetrieachsen haben, können Kristalle diese Formen nur genähert annehmen.

CobaltinCobaltin (CoAsS)

Dient der Kobaltgewinnung (Kobalt wird für Stahlveredlung genutzt). In Deutschland findet man das recht seltene Mineral in Siegerland (Rheinland), Annaberg (Erzgebirge), im Harz, in Hessen (Kobaltrücken von Richelsdorf).

Metallisch glänzender Pentagondodekaeder, Schweden.
© Istituto Geografico De Agostini S.p.A.

 

Cuprit
Cuprit (Rotkupfererz, CuO)

Cuprit belegt mit Malachit aus Chessy, Frankreich.
© Mineralienkabinett (Ausschnitt)

Kommt als Würfel, Oktaeder und Rhombendodekaeder vor.

Fluorit (Flußspat, CaF2)

Fluorit

3-4 cm große würfelförmige Kristalle aus Berbes, Spanien.
© Berthold Weber

Fluorit-Oktaeder

Oktaeder aus St. Agnes, Cornwall, Großbritannien.
© Universität Clausthal

Namensgeber für die Fluoreszenz und Rohstoff für die Flußsäureherstellung (zum Glasätzen). Wird als Flußmittel in der Metallindustrie verwendet, da es leicht schmelzbar ist. Außerdem stellt man Linsen für Spezialobjektive daraus her.

Kristallisiert als Würfel und Kuboktaeder. Das halbregelmäßige Kuboktaeder war schon Platon bekannt.

Fundorte: Stolberg (Harz), Wölsendorf (Oberpfalz), Oberwolfbach (Schwarzwald).

Bleiglanz

Galenit (Bleiglanz, PbS)

Verschiedene Formen (Würfel, Koboktaeder) aus Beuthen, Oberschlesien. © Mineralienkabinett (Ausschnitt)

Seit der Antike bekannt, dient es als Bleierz zur Bleigewinnung und wird trotz gesundheitsschädigender Wirkung noch viel in der Industrie eingesetzt: Bleiglas, Bleiakkumulatoren, kaum noch als Antiklopfmittel im Benzin.

Lagerstätten: USA, auch in Deutschland: Rammelsberg (Harz), Mechernich (Eifel), Freiberg- Andreasberg (sächsich. Erzgebirge)

Magnetit (Magneteisen, FeFe2O4)

MagnetitHargreavis, Brasilien. © Mineralienkabinett (Ausschnitt)

Wichtigstes und Wertvollstes der Eisenerzminerale (höchster Eisenanteil - 72%), hat relativ starken natürlichen Magnetismus (Magneteisenstein).

Den Name hat es wahrscheinlich von einem damaligen Fundort (Magnesia in Makedonien). Nach Plinius d.Ä. wurde es vom Hirten Magnes auf dem Berg Ida entdeckt. Lagerstätten in Deutschland: Lahn-Dill-Gebiet (Hessen), Erzgebirge, Thüringen. Bildet oktaedrische Kristalle mit typischem starken Metallglanz.

Pyrit (Katzengold, Schwefelkies, FeS2)

Pyrit Pyrit

Perfekt oktaedrischer Kristall aus Piemont, Italien (l.) und Pentagondodekaeder (Pyritoeder) aus Ambas Aguas, Spanien.
© Istituto Geografico De Agostini S.p.A.

Pyrit

Würfel aus Navajin La Riocha, Spanien
© Universität Clausthal

Überaus häufiges Mineral, messinggelb, glänzend, hart. Dient zur Gewinnung von Eisen und Schwefel. Die alten Griechen bezeichneten so alle Mineralien und Gesteine mit welchen durch Schlagen auf Eisen Funken entstehen (griech. pyr - Feuer).

Die goldglänzenden Kristalle sind - vorwiegend in Oberitalien und auf Elba - als Würfel und näherungsweise als Dodekaeder zu finden. Seltener treten sie als Oktaeder auf. Deutsche Lagerstätten sind in Meggen (Westfalen), Rammelsberg bei Goslar (Harz), Waldsassen (Bayern) und Freiberg (sächsich. Erzgebirge).

ExperimentAlaun (KAl(SO4)2 · 12 H2O)

wird zum Gerben von Leder, zum Färben und zur Papierleimung benutzt. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung waren früher Alaunkristalle als blutstillendes Mittel in fast jedem Haushalt zu finden.

Die oktaedrischen Kristalle kann man leicht selber züchten.
© Universität Bielefeld

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